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Klimawandel und Hitzebelastung

SHINE: Social and Health Impacts of climate change adaptatioN Efforts on long-term care

Die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels treffen vulnerable Bevölkerungsgruppen besonders stark. Gleichzeitig steigt durch die demografische Alterung der Pflege- und Versorgungsbedarf kontinuierlich und belastet auch die Mitarbeitenden der Versorgungseinrichtungen.

Das Forschungsprojekt SHINE widmet sich dieser Schnittstelle und untersucht:

  1. wie sich Hitze in Wien bereits heute auf Menschen in mobiler Langzeitpflege auswirkt, wie stark mobile Pflegeorganisationen davon sowie durch die Hitzeexposition selbst betroffen sind und in welchem Ausmaß der Klimawandel diese Belastung künftig intensivieren wird
  2. welche organisationalen Anpassungen und städtebaulichen Begrünungsmaßnahmen den bestehenden Druck abfedern und auf zukünftige Klimaszenarien vorbereiten können.

Methodisch werden qualitative Primärdaten zu gesundheitskritischen Hitzefolgen mit meteorologischen Indikatoren und räumlichen Risikoanalysen kombiniert, um Belastungen in der mobilen Pflege zu quantifizieren. Ergänzend werden organisationale Anpassungsmaßnahmen analysiert und hochaufgelöste Mikroklimasimulationen unterschiedlicher urbaner Begrünungsszenarien durchgeführt und dessen Wirksamkeit in der Hitzeprävention ermittelt. Damit liefert SHINE politischen Entscheidungsträger: innen und Stakeholdern aus Gesundheits- und Sozialdiensten eine wissenschaftliche Grundlage für die Anpassung an urbane Hitzefolgen. 

Das Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert (Projektnummer: FO999925058); die Programmabwicklung erfolgt durch die FFG. Konsortialpartner sind die Wirtschaftsuniversität Wien sowie das Austrian Institute of Technology (AIT, Projektkoordination).


KLAIR: Dynamische KLimaanalysen für resiliente und gesundheitswirksame Stadtentwicklung durch AI und Remote Sensing

Die klimawandelbedingte Hitzebelastung trifft nicht nur Ballungsräume, sondern in zunehmendem Maß auch Kleinstädte im städtischen Umland und im alpinen Raum. Strukturelle Defizite und fehlende kleinräumige Klima- und Gesundheitsdaten erschweren dort eine wirksame Klimaanpassung.

Das Ziel von KLAIR ist daher die Entwicklung eines KI-gestütztes Stadtklimaanalyse-Tools, das auf die Ressourcen von Kleinstädten zugeschnitten ist und ihnen ermöglicht, Anpassungsmaßnahmen evidenzbasiert und standortgerecht zu implementieren. In Kooperation mit Tulln an der Donau und Lienz wird dazu der Zusammenhang zwischen lokaler Hitzeexposition und hitzeassoziierten Gesundheitsfolgen analysiert und quantifiziert, in welchem Ausmaß städtische Begrünung die Hitzebelastung reduziert.

Methodisch werden Satellitendaten zu Oberflächentemperatur, Versiegelungsgrad und Vegetationsindizes mit lokalen Geodaten zu Bebauungsstruktur, Baumbestand und Grünflächen zu einem digitalen Zwilling zusammengeführt. Mittels Machine Learning werden Tagesmaximum- und nächtliche Minimumtemperaturen sowie thermische Belastungsindizes (PET, UTCI) modelliert und mit Gesundheits- und Bevölkerungsdaten zu kleinräumigen Vulnerabilitäts- und Potenzialkarten verschnitten. Eine abschließende Szenarienanalyse quantifiziert die Wirkung verschiedener Begrünungsmaßnahmen auf die hitzeassoziierte Krankheitslast und dient damit als Entscheidungsgrundlage für eine standortgerechte, naturbasierte Klimaanpassung.

Das Projekt wird im Rahmen der "Mission Klimaneutrale Stadt - Technologien und Innovationen für die klimaneutrale Stadt 2025" der FFG gefördert (Projektnummer: FO999931810). Konsortialpartner sind IBO österreichisches Institut für Bauen und Ökologie GmbH, superwien urbansim GmbH, ubicube, Greenpass Software Solutions und Green4Cities GmbH (Projektkoordination).


Über die Projekte

Die Projektleitung der beiden Projekte an der Medizinischen Universität Wien liegt bei Assoz.-Prof.in Priv.-Doz.in DDr.in Daniela Haluza, MSc., die ihre langjährige Expertise im Bereich Green Public Health und klimaresiliente und sozialgerechte Raumplanung in das Konsortium einbringt. 

Unterstützt wird sie von ihrer Doktorandin Tanja Lazic, MSc. die mit ihrem umweltwissenschaftlichen Hintergrund die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels analysiert und bewertet, inwieweit urbane Begrünungsszenarien gesundheitskritische Hitzespitzen abmildern können. 

Ergänzt wird das Team durch Marcus Gabriel, BA, der sich mit Fragen der Medizinethik befasst und die Perspektive der Gesundheitsgerechtigkeit im Kontext klimavulnerabler Bevölkerungsgruppen und sozialer Gerechtigkeit einbringt.