Forschungseinheit Biodiversität und Gesundheit
Team:
Assoc. Prof. Priv.-Doz. DI Dr. Hans-Peter Hutter
Bakk. MSc Kathrin Lemmerer
Priv.-Doz. Mag. Dr. Michael Poteser
Gesundheit, Wohlbefinden und grundlegend unsere Lebensfähigkeit hängen von Biodiversität (Vielfalt auf Ebene der Arten, Ökosysteme, Gene, natürlicher Prozesse) und deren „Ökosystemleistungen“ ab: Dazu zählen u.a. Nährstoffkreisläufe, Versorgung mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser, Energie, Rohstoffen und Arzneimitteln, Filterfunktionen (Luft, Wasser), aber auch Vorhandensein von Räumen für Erholung, Bildung und Bewegung. Intakte Ökosysteme haben darüber hinaus hohe Bedeutung für den Schutz vor Naturgefahren (Hochwässer, Lawinen etc.) und sie sind zentral für die Klimaregulierung bzw. die Abfederung von Klimawandeleffekten.
Allein dieser Auszug zeigt: Biodiversität und Gesundheit sind untrennbar miteinander verbunden. Daher setzen wir bereits seit Jahren in unserer Arbeit an der Abteilung für Umwelthygiene und Umweltmedizin einen Schwerpunkt auch zu diesen Zusammenhängen in Form verschiedener Aktivitäten und Projekte. In den vergangenen Jahren ist dabei insbesondere der massive Biodiversitätverlust durch menschliche Eingriffe – der in Kombination mit der Klimakrise eine „Zwillingskrise“ darstellt – in den Vordergrund gerückt. Die damit verbundenen Risiken bzw. die Notwendigkeit von Biodiversitätsschutz werden aus gesundheitlicher/medizinischer Sicht untersucht, aufbereitet, kommuniziert und auch in der Lehre vermittelt. Besonderes Augenmerk liegt darüber hinaus auf der Verstärkung interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen u.a. den wissenschaftlichen Fachbereichen Biologie/Ökologie, Medizin, Umweltpsychologie sowie der Aufbereitung für die Öffentlichkeit und politische Akteur:innen.
Projekte und Aktivitäten (Auszug):
2013-2017: „Biodiversität und Gesundheit“ Projekt in Kooperation mit dem Umweltdachverband und Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft mit vielfältigen Aktivitäten:
- Tagung Biodiversität & Gesundheit (2013)
- Hintergrundstudie „Biodiversität & Gesundheit - Biologische Vielfalt erhalten heißt
- Gesundheit schützen“ (2015)
- Handbuch: „Gut für dich und mich - Wie Biodiversität unsere Gesundheit fördert“ (Falter Verlag 2017)
- Empfehlungen für einen Aktionsplan 2020+ Biodiversität & Gesundheit Biologische Vielfalt erhalten, Gesundheit fördern (2018)
2014-2017: Emerging public health risks from alien species under climate change: A systematic review of threats and an evaluation of mitigation measures (Aliens_Health): ACRP-Projekt in Kooperation mit dem Umweltbundesamt und dem Centre for Evidence-Based Conservation Bangor-UK
2013-2016: Biosphere Reserve Landscapes and Human Health Benefits: Analysing the potential of the Biosphere Reserve Wienerwald on life quality and psychological well-being (Health Spaces): Projekt im Rahmen des Forschungsprogramms „Earth System Sciences (ESS)“ der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur, Universität Wien und dem Innenraum Mess- und Beratungsservice
2014-2017: Alpine landscapes under global change: Impacts of land-use change on regulating cosystem services, biodiversity, human health and well-being (Healthy Alps): Projekt im Rahmen des Forschungsprogramms „Earth System Sciences (ESS)“ der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit der Universität für Bodenkultur, Swiss Federal Research Institute (WSL), Austrian Research Centre for Forests sowie Büro für Naturschutzpraxis und Forschung
Seit WS 2023: „Planetary Health“ Wahlfach an der MUW
Interdisziplinäre Ring-VO zu Zusammenhängen zw. menschlicher Gesundheit und politischen, ökonomischen, sozialen sowie natürlichen Systemen, insbesondere auch Biodiversität/Neobiota.
Seit 2024: Fachliche Zusammenarbeit mit Biodiversity Austria – International (Österreichische Schnittstelle zum Weltbiodiversitätsrat IPBES, seit 2024)
Vernetzung und Erarbeitung einer österreichspezifischen Summary for Policy Makers zum IPBES „Nexus Assessment“ mit interdisziplinären Handlungsempfehlungen für die „Nexus-Elemente“ Klimawandel, Biodiversität, Wasser und Nahrung sowie Best Practice Beispielen.